Familienzusammenführungen nach Jahren des Konflikts in Myanmar

Das Rote Kreuz Myanmar arbeitet daran, Familien wieder in Verbindung zu bringen und zusammenzuführen, die während des Konflikts in Nord-Ost Shan State, Myanmar, getrennt worden waren. Intensive Kämpfe haben tausende Menschen aus der Kokang Region vertrieben.

Das Rote Kreuz Myanmar arbeitet daran, Familien wieder in Verbindung zu bringen und zusammenzuführen, die während des Konflikts in Nord-Ost Shan State, Myanmar, getrennt worden waren. Intensive Kämpfe haben tausende Menschen aus der Kokang Region vertrieben. Als Teil der humanitären Hilfe hat das Rote Kreuz Myanmar ein Team eingesetzt, dessen Aufgabe es ist, familiäre Kontakte von Menschen, die nach Lashio vertrieben wurden, wiederherzustellen. Mit einem kostenlosen Telefonservice mit dem Namen „Safe and Well Phone Calls“ stellt die Bewegung Telefone und Telefonguthaben für einen Drei-Minuten-Anruf mit Familienangehörigen zur Verfügung.

Über 8,000 Menschen haben das Mansu Kloster in Lashio passiert, welches als temporäres Camp für Familien auf der Flucht vor den Kämpfen, dient. Die meisten Familien sind Arbeiter, die versuchen in ihre Heimatstadt zurückzukehren. Viele Familien haben sich im Chaos des Konfliktes verloren und bleiben getrennt. Diese Familien sind mit wenigen Besitztümern im Camp angekommen und haben keine Möglichkeiten, ihre Lieben zu kontaktieren. Darüber hinaus, haben diejenigen die in der Nähe der chinesischen Grenze leben oft Handys, die nur in chinesischen Telefonnetze funktionieren und sind daher nicht imstande, vom Camp aus anzurufen. Das macht Telefonieren teuer: ein drei-Minuten Telefonat kann bis zu U$ 3 kosten.

Während der letzten zwei Tage hat das Familienzusammenführungsteam des Roten Kreuzes Myanmar zehn Familien wiedervereint, die im Mansu Kloster Schutz gesucht haben. Sie haben auch Daw Thin Thin- die im achten Monat schwanger ist – und ihre zwei kleinen Kinder mit ihrem Ehemann U Than Saung, nachdem sie im Konflikt getrennt worden waren, wiedervereint. Daw Thin Thin kam auf der Suche nach Schutz am 20. Februar im Camp an. Nachdem sie von dem Telefonservice des Roten Kreuzes gehört hatte, war es ihr möglich, Kontakt mit ihrem im Laukai Township lebenden Ehemann aufzunehmen und ihm mitzuteilen, wo sie war. Er schaffte es schließlich, zu dem Camp zu gelangen, wo sie fünf Tage später wiedervereint waren.

“Daw Thin Thin war überglücklich wieder mit ihrem Ehemann zusammen zu sein. Trotz der fortgeschrittenen Schwangerschaft rannte sie ihm entgegen als sie ihn sah und zerrte ihn buchstäblich zu uns um zu erzählen, dass sie wieder zusammen sind.“ Sagte Lei Yin Win, Restoring Family Links Mitarbeiterin im Mansu Kloster.

„Ein weiterer Fall, der mich berührt hat war ein 15jähriger Junge, der alleine im Camp lebt. Er war einsam, traurig und hat nie mit den anderen Jugendlichen gespielt. Wir haben es geschafft, seine Eltern telefonisch zu erreichen und sobald er ihre Stimmen hörte, war er wie ausgewechselt: lächelnd und voller Energie“.

Bei den Personen, die die Telefonnummer ihrer Familienangehörigen nicht wissen oder sie telefonisch nicht erreichen können, registriert das Rote Kreuz diese Menschen auf einer Liste mit dem Hinweis, dass sie in Sicherheit sind und dass es ihnen gut geht und veröffentlicht dann diese Liste an Orten, an denen sich vertriebene Personen sammeln, wie in Klöstern oder Camps.

Die Wiederherstellung von Familienkontakten  ist nur eine Art, wie das Rote Kreuz Myanmar den von der Krise betroffenen Menschen hilft. Seit dem 9. Februar hat es über 7.000 Menschen erreicht, die entweder vor Kämpfen fliehen oder nach der Vertreibung versuchen, wieder nach Hause zu kommen. Es stellt vorübergehende Unterkünfte, Lebensmittel, Kleidung, Gesundheitsversorgung, Decken und Erste Hilfe zur Verfügung und bietet auch Transportmöglichkeiten für vertriebene Personen, die medizinische Versorgung brauchen.

“Daw Thin Thin und ihre Familie können nun die Rückreise in ihre Heimatstadt gemeinsam fortsetzen” sagte Lei Yin Win. „Ein Telefonat ist eine einfache Sache, aber in vielen Fällen ist es alles entscheidend für Betroffene der Krise“.

SCHÜTZT DIE MENSCHLICHKEIT

SCHÜTZT DIE MENSCHLICHKEIT

Hinter Migrationsstatistiken stehen Menschenleben.

Also available in: Englisch, Französisch

[an error occurred while processing the directive]

Familienzusammenführungen nach Jahren des Konflikts in Myanmar